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Die erbärmliche Persönlichkeit der Digitalen Nomaden

Das heutige Thema ist ein echt trauriges für uns Menschen. Es betrifft nicht nur Digitale Zigeuner, sondern ich habe das Gefühl, dass es einen allgemeinen Trend dahin gibt, dass wir Menschen uns vercomputerisieren. Mich würde wirklich auch interessieren wie du im Anschluss darüber denkst ob das auch in DACH ein Trend ist.

Als ich vor zwei Jahren noch inmitten meiner Depression steckte, hatte ich auch extreme Probleme zu wissen was ich will. Und wahrscheinlich sind auch viele die nach Chiang Mai kommen in einer ähnlichen kranken Situation. Daher verstehe ich auch, dass es echt schwierig sein kann zu wissen was einem gut tut und was nicht.

Aber bei vielen Digitalen Nomaden hier habe ich Gefühl, dass sie sich überhaupt nicht spüren.

Ich dachte ja, dass im Isaan aufgrund von Armut und moderner Sklaverei vielen Menschen Empathie fehlt – also das glaube ich ja immer noch. Ich habe ja schon öfter einmal berichtet welche Tragödien sich da oft auf „normaler Ebene“ abspielen. Wenn du als 13 jährige von deiner Mutter als Sexsklave verkauft wirst und dir niemand hilft, weder jemand aus der Familie noch aus der Nachbarschaft. Dann ist es vielleicht nur das ganz normale Ergebnis, dass dir Empathie fehlt. Aber auch wenn das Mädchen einfach nur deine Freundin war und du miterlebst wie einfach Menschen in dieser Gesellschaft für die Begleichung von Spielschulden verkauft werden, verlierst du auch vielleicht als Selbstschutz die Empathie.

Also, den Menschen im Isaan fehlt (so glaube ich) die Empathie, im Bezug auf andere Menschen, durch diese üblen Umstände, in denen sie leben müssen.

Aber, vielen Amis bzw. digitalen Nomaden fehlt die Empathie auch im Bezug auf sich selbst. Also der eine kann sich gefühlsmäßig nicht in andere hineinversetzen. Der andere kann sich aber gefühlsmäßig noch nicht einmal in sich selbst hineinfühlen.

Wie oben bereist angeführt kenne ich ja selbst die Situation wo ich die Gefühle zu mir selbst zum Teil verloren hatte. Aber ich wusste trotzdem noch, dass wenn ich mir mit dem Hammer selbst auf den Finger schlage, dass das etwas Negatives ist, dass man nicht machen sollte. Und auch wenn ich gegenteiliges gelesen hätte, wäre ich bei dieser Meinung geblieben.

Viele Digitale Nomaden leben nach Büchern

Das fängt beim Essen an: Einige sind „vegan“, weil die in einem Buch gelesen haben, dass das super ist. Wenn ich das so anschaue, dann denke ich mir, denen fehlt die aller primärste Hirnfunktion. Also die Entscheidung zu treffen, was du isst auf der Grundlage eines Buches.
Verstehe mich bitte richtig: Es geht nicht darum ob es gesund oder ungesund, gut oder schlecht ist. Denn diese Leute lesen ja nicht Gesundheitsbücher und kommen dann zu der Idee, sondern die lesen z.B. ein Buch von einem Erfolgsguru und dann machen sie das nach.

Das gleiche ist auch warum die ins Fitnessstudio gehen oder Sport machen. Nicht weil die Spaß daran hätten, bzw. irgendein eigenes Gefühl oder eine eigene Idee dazu hätten, sondern weil ein Erfolgsguru es ihnen sagt, bzw. schreibt.

Und das ist noch nicht alles: Dann rennen die absolut alleine ins Fitnessstudio. Nicht weil die keine Freunde hätten, sondern ebenfalls wieder, weil ein Guru – oft wird in dem Zusammenhang der Autor der 4 Stunden Woche erwähnt – es ihnen sagt, dass sie unbedingt diese Zeit nutzen müssen, um sich Podcasts anzuhören. Also ja nicht Spaß am Trainieren mit Freunden haben. Sondern schön alleine und asozial.

Da kriege ich Angst. Echt. Haben die schon einen Chip im Kopf statt einem Hirn oder was ist da los?

Anfangs dachte ich ja auch wieder, dass mit mir etwas nicht stimmt. Weil keiner mit mir in Gym gehen wollte. Und dann, weil wenn ich die Leute im Gym getroffen habe, sie nicht mit mir reden wollten, bzw. sehr abweisen waren.
Bis ich dann feststellte, dass selbst sogenannte beste Freunde sich im Fitnessstudio wie Unbekannte begegneten. Ein kurzes Hallo, und dann kocht jeder seine eigene Suppe.

Bei manchen scheint es mir so, als ob die kein eigenes Denken haben. In keinem Bezug.

Der weiß nicht wann er erfolgreich ist. Da nimmt er ein Buch von Tony Robbins und liest nach:

  • Was schreibt der Tony was Erfolg ist?
  • Was sagt der Tony wie ich mich ernähren soll?
  • Was sagt der Tony wie ich schlafen soll?
  • Was sagt der Tony wie ich meine Freundschaften pflegen soll?

Also ob du mit so jemanden befreundet sein kannst, hängt davon ab was ein Buch sagt.

  • Was sagt er über Sex? Ah. Tony sagt hör auf mit Pornos. Pornos sind schlecht.

Und dann siehst du diese Typen aber einmal richtig gestresst. Weil sie es nicht gepeilt kriegen, dass sie nicht jeden Tag sich die Hardcore Filme reinziehen und sich selbst die Nudel schütteln.

Das alles erinnert mich an den guten Watzlawick Paul und seiner Beschreibung der erlernten Hilflosigkeit.

Ich finde es erbärmlich wenn man „Freundschaften“ pflegt auf der Grundlage eines Buches.

2 Antworten auf Die erbärmliche Persönlichkeit der Digitalen Nomaden

  • Hallo Helmut, schöner Bericht über „Digitale Nomaden“. Letzten Endes fühlen sich viele Menschen aufgrund der technischen Hilfsmittel „gottgleich“ , weil sie alles Wissen der Welt innerhalb von Sekunden verfügbar haben. Dies führt natürlich zu überheblichen Auftretensformen und stört die Entwicklung von Empathie. Aufgrund von Informationen und Anweisungen digitaler Medien und künstlicher Intelligenz reagieren viele Menschen algorithmisch und nehmen keinen eigenen Standpunkt mehr ein. Auch wenn die technischen Hilfsmittel noch nicht unwiderruflich mit dem Körper mechanisch verbunden sind, so funktionieren diese Menschen aufgrund der psychischen Abhängigkeit quasi maschinell und man könnte anstelle „Digitaler Nomaden“ vielleicht auch den Begriff „Cyborg 1. Generation“ benutzen. Deine Enttäuschung und Dein Nichtverständnis bei derartigen Kontakten wäre jedenfalls gut nachvollziehbar. Wenn ich einen Menschen kontaktieren will und dann mit einer Maschine oder einem Cyborg 1.Generation konfrontiert werde, dann gruselt es mich auch immer, lg Sven

  • Sich bewusst sein über Körper und Geist ist ein Geschenk, muss aber jeder für sich selbst entdecken. Erst dann ist es möglich Empathie für andere Wesen zu empfinden.
    Ich befürchte durch den stetig immer mehr zunehmenden digitalen interaktiven Austausch entsteht ein neuer Menschentyp. Wir sind gerade dabei diesen Wandel der Menschen zu beobachten.

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