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Die Erfolgs-Lüge hinter den Digitalen Nomaden

In diesem Artikel beleuchte ich das „Backend“ der Digitalen Nomaden in Chiang Mai. Es könne aber auch sein, dass es auch auf einige Internet Marketer in Deutschland zutrifft. 

Gibt es in Chiang Mai erfolgreiche Digitale Nomaden?

Natürlich gibt es einige erfolgreiche Digitale Marketer. Was ich in diesem Artikel erörtern möchte ist nicht ob oder wie viele, sondern wie sich manche Leute nach außen hin präsentieren und wie es in Wirklichkeit um sie bestellt ist. Manchmal bekomme ich Anfragen ob das wirklich so einfach ist im Online Marketing erfolgreich zu werden. Weil das in Facebook oder Instagram oftmals so dargestellt wird. Am Ende des Artikels wirst du wissen wie es manchmal hinter der Fassade der „Erfolgreichen“ aussieht.

Letztens in Hanoi treffe ich mich mit John. Ein guter Typ in meinen Augen den ich sehr gerne mag. Ich kenne ihn schon eine geraume Zeit aus Chiang Mai. Kennengelernt habe ich ihn in so einer Clique von super erfolgreichen Digitalen Nomaden. Diese gaben sich nach Außen als quasi Erfolgsgötter die „alles killen“. Die meisten in dieser Clique gaben sich als „Leader2 und „Lehrgötter“ aus, die anderen „Versagern“ oder „9 to 5 Losern“ beibringen wie man im Internet erfolgreich wird. Also jeder seiner Kumpels quasi ein Businessman „par excellence“. Bis auf einen, der war auch normal.

Auf alle Fälle arbeitet der gute John jetzt in Vietnam als Englisch Lehrer. Nicht weil vietnamesischen Kindern Englisch beizubringen immer schon sein Traumberuf war, sondern weil er keine Kohle hat.

Auf meine Frage, warum er nicht mit einem seiner „Kumpels“ zusammenarbeitet und auch so grenzenlos erfolgreich ist, hat er mir einmal erzählt was so jeder einzelne von ihnen tatsächlich macht und von wo derjenige tatsächlich sein Geld verdient oder bekommt. Vor allem aber auch wie es tatsächlich um diese Leute finanziell bestellt ist. Da war nicht ein einziger darunter, der „authentisch“ war, obwohl alle von ihnen sich das Markenzeichen „authentisch“ an ihre Fahne geschrieben hatten. Was mich persönlich aber sehr traurig gestimmt hat, war dass er von seinen „Kumpels“ offensichtlich fallen gelassen wurde wie eine heiße Kartoffel, nachdem keiner mehr einen Profit in ihm sah.

Ich vermisse meine Mama!

Ein Amerikaner, den ich eigentlich auch sehr nett und sympathisch fand, war auch sehr interessant in seinem Verhalten und seiner Präsentation nach außen. Ich hatte ihn einmal auf einem Meeting für Digitale Nomaden kennengelernt. Damals war er gerade neu nach Chiang Mai gezogen und erzählte mir, dass er eine Online Karriere aufbauen möchte. Ich sah dann immer wieder auf facebook Postings von ihm wo er über sein außergewöhnlich erfolgreiches Leben berichtete. Wie toll Chiang Mai ist, welch tolle neue Freunde er hier gefunden hat, wie seine Karriere steil bergauf geht, ….

Irgendwann traf ich ihn dann zufällig wieder bei einem Meeting. Es war ein „Männer-Meeting“ in einem geschützten Raum. Jeder konnte erzählen was ihn bedrückt. Als mein amerikanischer Freund dran war, konnte ich zuerst meinen Ohren nicht glauben. Er fing eigentlich von Anfang an, zu weinen und sagte, dass er völlig unglücklich ist, dass er keinen einzigen Freund hat in Chiang Mai, finanziell am Ende sei und vor allem seine Mama vermisst. Also nix da von: Super Leben, viele Freunde oder einer aufstrebenden Karriere.

Was für mich aber noch beeindruckender war, war das, dass er am Ende dann noch einmal seine Philosophie bekräftigte: Fake it until you make it!

Life Coach

Bei einem anderen Meeting, das sich mit emotionaler Heilung beschäftigte, gab es einen ähnlichen Vorfall: Das saß ein Life Coach mir gegenüber und als er dran war zu sagen was er zu sagen hat, heulte er wie auf Knopfdruck los. Aber wie ein Schlosshund. Es war das verzweifeltste Weinen das ich in Chiang Mai je erlebt habe. Er erzählte wie ausgebrannt und komplett energielos er sei. Über seine Panik, dass seine Freundin herausfinden könnte was er für ein Waschlappen sei. Dass er sich nach dem Sinn im Leben fragt und keinen Sinn darin sieht, usw.

Später habe ich dann seine Website angesehen und auf seinem Webauftritt beschreibt er sich in meinen Augen genau gegenteilig. Als jemandem der den Sinn des Lebens entdeckt hat. Grenzenlos glücklich ist. Anderen beibringt wie man eine erfüllte und glückliche Beziehung führt. Berufliche Erfüllung und Erfolg findet. Und so weiter.

Ich möchte jetzt nicht sagen, dass jeder Digitale Nomade lügt im Bezug auf seinen „Lifestyle“, aber was ich hier in Chiang Mai persönlich kennen gelernt habe schätze ich die Rate auf weit über 90 %. Ich habe manchmal das Gefühl, es geht bei den meisten einfach um: „Wie präsentiere ich auf Social Media mein Leben als das geilste?, und nicht um: „Wie mache ich mein Leben zum tatsächlich geilsten?“

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