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Motorrad Crash – Krankenhaus Pfusch

Heute am 28. November 2016 besucht mich mein Freund Bonifacio und er bleibt auch über Nacht. Was für eine Freude endlich mal einen zum Reden zu haben, nachdem ich eine Woche im Bett mit einem Schlauch im Hals faktisch keinen zum Kommunizieren hatte.

Besuch meines Freundes Bonifacio

Ich lernte ihn auf einem Tefl Kurs in Chiang Mai kennen und dachte mir: „Wenn ich dem die Hand gebe muss ich danach meine Finger abzählen ob noch alle da sind.“

Und nach ein paar Tagen musste ich mir eingestehen das Stereotypen nicht immer zutreffen und wir wurden echt gute Freunde. Ich habe selten einen so netten und aufrichtigen Menschen kennen gelernt.

Am Vormittag wurde endlich die Computertomographie gemacht da ich endlich im Liegen mit dem Rohr im Hals eine halbe Stunde atmen konnte ohne in die Panik einer Waterboarding Session zu kommen.

Am Nachmittag kam der Arzt zu mir, der mir den Schlauch in den Hals operiert hatte und mir mittlerweile 4 mal das Endoskop unter fürchterlichen Schmerzen in die Nase gesteckt hatte, und teilte mir mit das nun mein Rohr aus dem Hals entfernt wird. Die CT hätte ergeben dass in meinem Kehlkopf nichts gebrochen ist. War ich froh darüber, denn dass hätte wirklich Schwierigkeiten gegeben. Aber als ich das CT Bild ansah wurde mir bewusst, dass wie ich bereits vermutet hatte, mein Kiefer falsch zusammengespannt wurde. Auf dem Bild konnte man eindeutig sehen wie die Knochen überlappen. Und dann versuchte ich mir auch im Spiegel meinen Kiefer einmal anzusehen. Und schockiert stellte ich fest, dass dieser Idiotenkopf von Arzt einen vollen Pfusch aus meinem Kiefer gemacht hatte. Ich war außer mir vor Erregung und wollte sofort den „Plastischen Chirurgen“ sprechen und dass er das sofort in Ordnung bringen soll. Gleichzeitig hatte ich Panik weil, wie sollte dieses Arschloch das in Ordnung bringen wenn jeder Laie meinen Kiefer besser zusammengeflickt hätte. Aber wie die Thailändische Kultur so ist hat man mich beruhigt und gesagt, dass der Doktor morgen früh kommt und dann alles in Ordnung bringen wird. Ich habe mich daran geklammert wie an einen Strohhalm. Dann bekam ich endlich den Schlauch aus meinem Hals und es war das erste, das ohne Komplikationen, Panik oder Todesängste abgelaufen ist. Mehr sogar: Es ging so einfach, dass ich es nicht einmal mitbekommen habe.

So konnte ich dann wenigstens mit meinem Freund Bonifacio ein wenig sprechen obwohl doch ziemlich viel Luft durch das offene Loch im Hals dabei herauskam. Es hat mir wirklich gut getan mit einem Freund offen und ehrlich sprechen zu können. Denn das Gefühl in einem thailändischen Krankenhaus nach solchen Erlebnissen ist alles andere als von Sicherheit oder Zuversicht geprägt. Später wurde mir dann mitgeteilt, dass der Kieferarzt doch nicht morgen sondern übermorgen komme, aber alles in Ordnung sei, er werde das dann alles in Ordnung bringen. Ich war außer mir. Denn mir war klar wenn der Knochen erstmals so zusammengeheilt ist dann ist es vorbei. Und der Typ sagt ich soll noch 2 Tage warten. Also wollte ich sofort aus dem Krankenhaus und nach Chiang Mai in ein anderes fahren. Aber in Thailändischer Kultur wurde ich dann einfach wieder beruhigt und mir so lange alle Versprechungen gemacht bis ich mich wieder beruhigte.

Am nächsten Morgen verließ mich dann Bonifacio weil er nach Bangkok weiter musste. Unglaublicher Weise kam dann der Kiefer Arzt doch. Er guckte mir kurz in den Mund sagte das wird schon und ging dann auch schon wieder. Ich dachte der holt jetzt nur irgendwas. Da frage ich die Schwester wo der Arzt hin ist. Die sagte mir, dass er weg ist und alles ok ist. Und ich war am ausflippen: Da sieht jeder mit 2 Gramm Gehirnmasse das die Kieferfixation ein kompletter Pfusch ist und das Arschloch von Arzt sagt, dass das so super in Ordnung ist. Jetzt wollte ich natürlich weg, so schnell wie möglich in ein anderes Krankenhaus. Und da kam’s dann: Das Krankenhaus wollte 14 000 Baht von mir zusätzlich obwohl die alles komplett verpfuscht hatten. Logischer Weise wollte ich nicht zahlen, da ich ja in ein anderes Krankenhaus müsste um den Pfusch so gut es geht noch zu richten, und dafür ja logischer Weise bezahlen werde müssen. In mein Verständnis geht das ja sowieso nicht hinein: Wenn jemand eine Arbeit verrichtet die nichts ist, also nicht in irgendeinem Sinne adäquat ist, dann kann er auch nichts dafür verlangen. Ich wusste ja nicht ob die mich von der Polizei einsperren lassen wenn ich nicht zahle.

Also ging schon fast ein Streit ab: Ich gegen ca. 10 Krankenhausmitarbeiter aus allen möglichen Abteilungen aber keine einziger Verantwortlicher. Mittlerweile war schon später Nachmittag und irgendein schwuler Concierge des Krankenhauses hatte dann den Arzt am Apparat und machte die Zusage, dass ich am nächsten Tag operiert werde. Wobei mir schon wieder das Geimpfte aufging, denn die redeten dauernd von Operation aber ich hatte keinen einzigen Schnitt. Aber dieser schwule Concierge war wenigstens der einzige der sich überhaupt einmal für mein Problem interessiert hatte. Alle anderen hat das gar nicht interessiert, die wollten nur, dass ich Geld rausrücken soll für einen Pfusch. Ich dachte mir, dass es schon spät sei und ich besser die Nacht hier bleibe und dann gleich Morgen raus aus dem Krankenhaus und in den nächsten Bus nach Chiang Mai in ein Krankenhaus. Als ich wieder im Krankensaal war kam wieder der schwule Concierge um mir mitzuteilen das es dann doch keine Operation gibt aber ein Zahnarzt sich mein Kiefer ansehen werde, was mir ohnehin lieber war, da ich der Meinung war, dass das Gelabere über eine Operation ohnehin ein kompletter Blödsinn sei und im Härtefall man mit einer Kombizange das selbst machen könnte.

Zum Glück waren die Zahnärztinnen geistig normal und haben das Problem auch gleich verstanden und sagten mir ihre Hilfe zu. Am nächsten Morgen haben sie mir dann neue Kieferspangen montiert und den Pfusch so gut es ging ausgebessert. Leider War der Knochen schon verwachsen und wir konnten ihn nicht mehr brechen – da haben wir alles versucht.

Letztendlich habe ich dann die Rechtsanwältin vom Krankenhaus verlangt, die war dann auch die einzige die so viel Intelligenz oder Wissen besaß, dass sie wusste das auch Thailand Gesetzte hab und Berufe wie Arzt eine Klassifikation und Leistungsbeschreibung haben und das es Normen auch für Thai Ärzte gibt nach denen man ein Kiefer fixiert.

Zu guter Letzt bin ich dann doch entlassen worden ohne vorerst einmal zu bezahlen. Mal schau’n wie’s wird dann seh‘ ma ja was da noch kommt.

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2 Antworten auf Motorrad Crash – Krankenhaus Pfusch

  • Guten Tag Helmut.
    Ich hab erst heute deinen Blog entdeckt und gleich mal eine Frage, da aktuell ein guter Freund von mir in einer ähnlichen Situation ist wie du vor 6-7 Jahren. Wir leben in der Schweiz, aber wie gesagt, ist ein guter Freund und hat etwas die Nase voll vom Leben hier in Europa. Eer kennt Thailand nur als Tourist aber ist seit ca. 2 Jahren von Thailand angefressen und verbringt jeden Urlaub (14 Tage dort.) Er ist nicht nur in Touristengebieten, sondern reist auch in den Norden etc.
    Leider kommt er jedesmal aus Thailand zurück weil ihm eine schöne Thailanderin das Herz gebrochen hat. Danach ist er hier in Europa kaum mehr ansprechbar. Selbstverständlich sagt er von sich, er ist nicht als Sextourist unterwegs, aber dennoch hat er in diesen zwei Wochen immer eine Thaifrau an seiner Seite, mit der er unterwegs ist. Und selbstverständlich wollen die Frauen auch immer Geld von ihm. Letztes Jahr ging es soweit, dass er für eine Thaifrau die er kennengelernt hatte, hier von der Schweiz aus sogar 2 Monate lang ca. 380 Euro schickte als Taschengeld. Meine Frage an dich ist:
    Welche Erfahrung hast du mit Thaifrauen gemacht? Sind sie tatsächlich nur auf Geld aus und die Liebe ist geheuchelt, ein Geschäft eben? Was kann ich meinem Kollegen erzählen, dass er zur Besinnung kommt? Denn nur ein Geldverhältnis will er auch nicht. Er glaubt tatsächlich, diese Damen lieben ihn. Was mir persönlich schwer fällt zu glauben. Gerade auch weil du ja sagtest, ohne Geld ist ein Mann in Thailand nichts wert.
    Ich würde mich freuen, eine Rückmeldung zu bekommen.

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Regine

    PS: Weiterhin gute Besserung nach deinem Unfall !!!!!

    • Hallo Regine,
      dazu fällt mir folgendes ein: Wenn ein Kind dreimal auf die heiße Herdplatte greift und dabei nichts lernt, ist es ganz einfach ein gestörtes Kind in dieser Hinsicht.
      Gerade die Schweizer scheinen prädestiniert dafür zu sein, zu glauben, dass sich die 23 jährigen Thaimädchen in sie als Mittfünziger oder Mittsechziger verlieben weil sie so charmant, so witzig und vor allem so toll sind.
      Regine so hart das jetzt auch klingen mag: Du beschreibst mir einen unverbesserlichen Idioten.
      Ich habe in dem Beitrag http://www.pfostenpower.biz/mein-leben-in-thailand-nach-6-jahren/ und im Video ein wenig erklärt wie das abläuft.
      In Thailand hat sich aufgrund solcher Leute wie deinem Bekannten eine ganze Industrie entwickelt, deren Umsatz jährlich zwischen 6 und 10 Milliarden Euro beträgt. Also dein Freund ist keine Ausnahme.
      Zu Deiner Frage mit den Thaifrauen: Das ist so wie überall. Es gibt solche und solche. Thailand hat ca. 35 Millionen Frauen, davon sind vielleicht gerade einmal 1 bis 1,5 Millionen Prostituierte.
      Und ich glaube, das jede Beziehung ein Geschäft ist – überall auf der Welt. Die einzige Ausnahme sind meiner Meinung nach Katzen. Die brauchen scheinbar keine Gegenleistung zu bringen.
      Ich hoffe, dass meine Antwort nicht unhöflich klingt.
      Alles Gute weiterhin und danke für die Besserungswünsche.

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