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Pseudo Spiritualität und Esoterik

Ich habe ein paar Kommentare bekommen, dass es in Chiang Mai viele pseudo Spirituelle gäbe und dass mir diese nicht gut täten. Und ich bin mit ein paar meiner Zuseher in einer Art Diskussion über den Lebenssinn. 

Dem möchte ich heute einmal auf den Grund gehen.

Was ist denn spirituell?

  • Wenn man sich Shiva oder Brahma nennt?
  • Wenn mit einem Dutt am Kopf rumrennt?
  • Wenn man sich bedeutungsschwere Tattoos am ganzen Körper stechen lässt?
  • Wenn man „vegan“ isst?
  • Wenn man alles Negative ausblendet?
  • Wenn an Pendelschwingend durch die Gegend rennt?
  • Karten legt?
  • Wenn man asketisch lebt?
  • Wenn man seinen Verstand ausschaltet?

Da gibt es den deutschen Komiker Vince Ebert, der einen tollen Witz über Wissenschaft, Religion und Esoterik hat.

Wenn du behauptest, im Kühlschrank ist Bier. Dann bist du religiös. Du glaubst einfach nur daran.
Wenn du nachschaust ob tatsächlich Bier im Kühlschrank ist, dann bist du Wissenschaftler. Du überprüfst es.
Wenn du nachschaust und kein Bier im Kühlschrank ist und du trotzdem weiterhin behauptest im Kühlschrank ist Bier, dann bist du Esoteriker.

Und ich habe das Gefühl, dass viele die sich als spirituell bezeichnen einfach nur Esoteriker sind.

Spirit heißt ja nichts anderes als Geist.

Wir leben aber nicht in einer geistigen Welt, sondern in einer geistigen und körperlichen. Jeder Mensch besteht aus Geist und Materie. Deshalb ist auch jeder Mensch spirituell. Und jeder Mensch ist auch materiell. Wenn eines von beiden fehlt ist es kein Mensch mehr. Dann ist er entweder ein Geist oder ein toter Körper.

Bei vielen „Spirituellen“ oder eben pseudo Spirituellen habe ich das Gefühl, dass die ihren Geist dazu nutzen, ihn nicht zu nutzen. Ich weiß, da beißt sich die Schlange in den Schwanz, aber genau so meine ich es.

Der Geist ist hauptsächlich vom Hirn produziert und man kann ihn im Groben für zwei Sachen nutzen: Zum materialisieren und zum emotionalisieren.

Bill Gates und Steve Jobs sind hoch spirituell. Denn man muss seinen Geist schon sehr gut und intensiv nutzen, um das zu materialisieren was die zwei materialisiert haben. Jeder selfmade Reiche muss hoch spirituell sein. Denn sonst könnte er keinen Reichtum erschaffen. Die Schöpferkraft liegt im Spirit.

Das gleiche glaube ich auch von Menschen die glücklich sind, Lebensfreude haben und einen Sinn im Leben kreiert haben.

Und in meiner Philosophie sollte da ein Zusammenspiel im Wachstum zwischen materialisieren und emotionalisieren bestehen.

Das ist glaube ich auch das, was ich persönlich an den Esospinnern falsch finde.

Wo befinden wir uns? – Im Leben!

Was ist Leben? In der Höhle zu sitzen und zu meditieren? Nein! Für mich nicht.

Meditieren soll mir im Leben helfen und nicht umgekehrt. Ich lebe nicht um zu meditieren ich meditiere um zu leben. Meditieren kann dir helfen dich selbst und das Leben zu fühlen bzw. besser zu fühlen. Und zwar um gut und besser zu leben.

Viele Menschen aber meditieren um reich und gesund oder glücklich zu werden.

Fuck – das kann nicht funktionieren. Im Leben wirst du Reich weil jemand anderes dir Geld gibt. Geh hinaus und versuche Geld von anderen zu bekommen. Aber das ist schwierig und funktioniert nicht auf Anhieb und deshalb sagen die Esospinner nein, ich muss mir nur vorstellen wie es ist Reich zu sein. Wie Geld mir aus unversiegbaren Quellen zuströmt. Und dann werde ich reich.
Das Gleiche ist mit der Gesundheit.

Esospinner – Ooommm, ich bin gesund. – Scheiße, Bullshit. Lebe gesund. Iss gesund. Bewege dich gesund. Aber das ist anstrengend. Dazu gehört in erster Linie Praxis und erst in weiterer Folge Theorie.

Ich erzähle dir dich nichts neues, wenn ich dir sage, dass es einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt – Oder????

Die Spiritualität ist für mich die geistige Kraft, mit der wir etwas – durch handeln – erschaffen können.

Entweder Materielles: Dinge, eine Firma, Reichtum usw.

oder etwas Emotionales: Liebe, Wut, Hass, Ärger, Glück, Lebensfreude usw.

Und ich glaube, dass in der zivilisierten Welt, speziell nach dem 2. Weltkrieg die Kinder viel mehr auf das erschaffen von Materiellem getrimmt wurden als auf Emotionales. Bzw. wurde ja quasi ganz Europa von den Katholiken darauf getrimmt.

Der Menschheit wurde ja Jahrhunderte lang von den Katholiken verkauft, dass das Leben quasi ein Bewerbungsgespräch für den Himmel wäre. Und aufgenommen werden nur jene die sich abrackern, Güter erschaffen und diese dann der Katholischen Kirche „spenden“. Glücklich zu sein war ja quasi eine „Erbsünde“. Erst nach dem Tod, im Himmel darf man glücklich sein. Wer auf Erden zu Lebzeiten glücklich war, dessen Seele wird nach seinem Tod in die Hölle verdammt. Und viele wurden für das Vergehen der Glücklichkeit auch auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt.

Deshalb ist es wahrscheinlich das überhaupt schwierigste für uns glücklich zu sein. Weil es uns über 1 500 Jahre per Todesstrafe durch Lebendfeuerbestattung abtrainiert wurde.

Das ist meine Sichtweise auf Spiritualität:

Spiritualität hat nichts mit Mystik, Tätowierungen oder langen Haaren zu tun. Nichts mit Steinen oder indischen Göttern.

Aber ich glaube, wir sollen unseren Spirit viel mehr dazu einsetzen, um Lebensfreude zu kreieren, Liebe und Empathie für unsere Nächsten zu empfinden. Liebe und Empathie für uns selbst zu empfinden. Wir sollten den freien Geist dazu nutzen uns zu erlauben glücklich zu sein. Vielleicht sollten wir unseren Spirit auch dazu nutzen uns selbst zu verzeihen. Ich glaube, dass das vielleicht eines der Größen Schöpfungen sein könnte: Die Verzeihung sich selbst gegenüber.

Ich würde mich über deine Meinung zu Spiritualität freuen.

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