Helmut über sich 

 Am 18. Oktober 2010 habe ich Österreich aus privaten Gründen verlassen und bin vorerst nach Thailand ausgewandert.

Auf diesem Blog halte ich meine Erlebnisse in Form einer Onlinedoku über mein Neues Leben in Wort, Bild und Video fest.

 

Über mich!

Als Kind träumte ich immer davon, irgendeinmal „woanders“ zu sein. Filme mit Freddy Quinn, Elvis Presley, Bud Spencer und Terence Hill usw. erweckten in mir das Verlangen mehr zu erleben und mehr zu sein als im ersten Dorf des Gailtales dahinzuvegetieren. Ich wollte mehr. Mehr erleben und vor allem auch mehr sehen als es mir im Süden Österreichs eingekesselt zwischen dem Karawankengebirgszug und der Villacher Alpe möglich war.

Mein Werdegang

Nachdem ich durch die Schule gequetscht wurde (seit Maria Theresia ist ja Schulpflicht in Österreich) fand ich am Ende der Pflichtschule lernen doch interessant1 und wollte weiter zur Schule gehen. Das passte allerdings nicht so ganz in Vaters Konzept: „Solong du die Fias unter mein Tisch tuast und aus meina Schisl frisst gehst du oabeitn. Du host schon long genuag gratis aus meina Schisl gfressn. (zu Deutsch: Solange du Zuhause lebst und isst wirst du Arbeiten gehen und jeden Monat einen finanziellen Beitrag zu Hause abliefern.) Also habe ich dann mit 14 Jahren angefangen zu arbeiten und seit dieser Zeit mein Leben komplett selbst finanziert. Verstanden hatte ich nur nicht warum meine Eltern mich gezeugt hatten, da sie sich ja nie um mich kümmern wollten – aber das ist eine andere Geschichte 😉

Mein erster Beruf

Also lernte ich Tischler, was ich auch sehr interessant fand und mir Spaß machte. Was mir allerdings wirklich große innerliche Probleme bereitete war, dass ich, und das bereits auch als Lehrling, ein vielfaches höhere Umsätze machte als meine Kollegen aber ich trotzdem am wenigsten verdiente. Das Passte mit dem was wir in der Berufsschule in Wirtschaftliches Rechnen lernten, nicht zusammen. Aber als Tischler in Kärnten verdiente man halt traditionell nicht nach Leistung sondern nach dem Grau der Haare 🙁2

Der Einstieg

Die Wende in meinem Leben (obwohl da gibt es eigentlich viele, aber das war wohl „Der Wendepunkt“) kam, als ein Tischlerkollege (den ich bis heute zutiefst dankbar bin dafür) mir erzählte, dass er gekündigt hat und wieder als Surf- und Segellehrer arbeiten geht. Ich hatte zuvor noch nie ein Surfbrett oder Segelboot aus der Nähe gesehen und lauschte fasziniert seinen Ausführungen bei einer Pizza nach der Arbeit in Feld am See. Wehmütig sagte ich irgendwann: „Das würde ich auch gerne einmal machen. Surfen, das muss ein erhabenes Gefühl sein.“3 Aber mein Kollege Robert erwiderte frisch und lustig darauf: „Dann mach doch die Surf- und Segellehrer Prüfung!“ Ich dachte zuerst: Der hat sie nicht mehr alle. Ich kann noch nicht einmal Surfen oder Segeln und dann Leute unterrichten das kann ich schon gar nicht. Doch Robert redete auf mich ein und begeisterte und motivierte mich, dass ich tatsächlich glaubte ich könnte das schaffen. Noch am gleichen Abend meldete ich mich zur Segellehrerausbildung an und kündigte am nächsten Tag fristlos, da die Ausbildung bereits zwei Tage später begann.

Mein ehemaliges soziales Umfeld

Gottseidank hatte ich zu dieser Zeit gute Freunde die mich mental unterstützten mit Aussagen wie: Du bist jetzt völlig durchgedreht. Du spinnst. Du bist komplett irre. Das schaffst du sowieso nie. In zwei Wochen stehst eh wieder in der Tischlerei, ….
Und genau die Angst hatte ich auch. In zwei Wochen wieder aufzugeben und zurück ins extrem beschissene aber bekannte Scheißleben.4 Doch das passierte gottseidank nie! Ich war zwar am Anfang der Dümmste aber nach zwei Wochen hatte ich sie alle in der Tasche. Und so begann meine Karriere als Surf- und Segellehrer. Das leben machte mir auf einmal Spaß, und zwar gewaltigen Spaß. Spaß der mir vorher völlig unbekannt war. Selbst wenn ich vollbesoffen um 5 Uhr früh aus der Disco nach Hause kam bin ich um 6 Uhr aus dem Bett gesprungen weil ich den Tag nicht mehr erwarten konnte. Auf den Weg zur Arbeit habe ich oft zu laben begonnen einfach so, ohne Grund und habe dabei oft Angst gehabt, dass ich nicht mehr aufhören könnte zu lachen.
Komischerweise haben mich alle meine Freunde und Bekannten dann als Aussteiger bezeichnet. Dabei bin ich damals erst ins Leben eingestiegen – draußen war ich vorher!

Die weiteren Steps

Die meisten meiner Segelschüler waren gut situiert und gebildet. Ich fand es irrsinnig interessant mich mit Leuten zu unterhalten die eine gute Allgemeinbildung hatten. Das war einfach toll für mich. Das rief auch wieder das Gefühl in mir wach, das ich schon gegen Ende der Pflichtschulzeit hatte. Also, da ich sowieso eher Wirtschaftlich interessiert war,5 meldete ich mich zur Handelsakademie an. Und was ich da fürs Leben lernte, ist für mich noch heute von unschätzbarem Wert.

Der Wendepunkt zu meinem neuen Leben

In der Handelsakademie lernte ich dann ein Mädchen kennen, das darauf bestand, dass ich mit dem Segel-, Surf- und Schilerhrern aufhöre. Silvia war sehr eifersüchtig – krankhaft eifersüchtig. Und ich war auch noch dumm genug das zu tun und habe auf ihren Vorschlag hin als Vertreter angefangen. Ab da habe ich dann mein Geld in den nächsten Jahren prinzipiell als Verkäufer verdient. Allerdings wusste ich vorher nicht, mit welchen Gaunern und Verbrechern es man im Vertrieb zu tun hat. Bei vielen ist bereits das „Guten Morgen“ schon gelogen.
Fasziniert hat mich aber dabei immer, dass genau die schwarzen Schafe den meisten Erfolg hatten. Letztendlich fand ich dann darin meine größte Faszination: Die Psychologie des Menschen! Mir fiel dabei auf, dass auch die „Schwarzen Schafe“ eigentlich kaum wussten warum sie erfolgreich waren. Sie dachten zwar, dass sie es wüssten, aber zu über 90 % lagen sie falsch. Denn prinzipiell sind Starverkäufer in der nächsten Firma Eintagsfliegen. Die Erfolgspsychologie hat mich so fasziniert, dass dies mein Thema wurde. Ich habe ähnlich wie Robert B. Cialdini in diversen Firmen und Vertrieben die Psychologie des Verkaufens direkt in der Praxis studiert. 2002 gründete ich dann meine eigene Firma im Bereich Consulting und Unternehmerberatung mit der Ausrichtung auf Persönlichkeitsentwicklung und Erfolgspsychologie. Mehr dazu auf www.rosman.biz.

Der Tiefpunkt im meinem Leben

Was mir jedoch trotz allen Erfolges verwehrt blieb war eine erfüllte Beziehung. Die dachte ich dann endlich 2007 gefunden zu haben. Doch rückblickend war es leider nicht so. Mit Sylvana habe ich zwei Kinder gezeugt und war für kurze Zeit der glücklichste Mensch der Welt. Doch leider nur kurze Zeit. Denn meine Auserwählte war aus Ostdeutschland und eine geborene HarzIV Empfängerin. Diese Problematik war mir bis dato unbekannt gewesen. Und so kamen natürlich Probleme auf mich zu, die extrem gegen mein Naturell waren. Ich kann leider nicht zum Stinken zu faul sein, wie es Sylvana meine damalige Partnerin ist. Sie fühlte sich als Vollzeitbeschäftigte weil sie sich alle zwei Wochen beim Amt melden musste um ihre HarzIV Bezüge zu bekommen. Irgendwann musste ich ihr halt leider sagen, dass sie in Wahrheit einfach faul ist. Denn sie hatte keine Zeit in drei Tagen mit den Kindern einen Fuß vor die Tür zu setzen. Nach 8 bis 10 Stunden am Balkon stehen und Rauchen war dann ihrer Meinung keine Zeit mehr, denn sie hat doch wohl das Recht sich danach bei ein bisschen Fernsehen zu erholen. Da ich meine Kinder liebe bin ich logischerweise irgendwann weggerastet und habe sie beschimpft (aber nur mit der Wahrheit). Nach vielen hin und her. Trennungen, Versöhnungen, Übersiedelungen nicht nur innerhalb Österreichs (denn da hatten wir uns entschieden, dass wir leben wollen) sondern nach Ossiland und Österreich, Besuche bei Psychologen und Psychiatern für Familientherapie, Jugendamt und Gericht, war ich dann irgendwann am Ende meiner Kräfte.6 Zuletzt sind mir dann auch noch meine Eltern in den Rücken gefallen als es um Besuch und Sorgerecht ging. Wahrscheinlich konnten sie ihren Sadismus nicht voll ausschöpfen als ich Kind war. Misshandeln, Missbrauchen und Missachten war wohl nicht befriedigend genug.

Also sagte ich mir: Ich muss dann mal weg!!!

Am 18. Oktober 2010 bin ich dann in ein Flugzeug gestiegen und den Rest liest man hier in diesem Blog …

 

Das lag daran, dass mein Onkel der studiert und einen guten Job hatte viel glücklicher und mit mehr Lebensenergie ausgestattet schien als meine Eltern die keinerlei Ausbildung hatten.

Das kapiere ich übrigens auch heute noch nicht 🙁

In meinem Modell der Welt war Aufgrund meiner Erziehung Segeln und Surfen so weit weg von mir wie das Leben von Elvis Presley.

Ich habe meine Angst zu verlieren nie verdrängt. Ich habe ihr immer in die Augen gesehen und gesagt: Vielleicht bist du stärker. Vielleicht verliere ich. Aber du bist auf keinen Fall so stark, dass ich das Spiel des Lebens verlasse und passiv als Zuseher teilnehme der alles besser weiß aber nicht aktiv ist.

Wen wundert’s wenn man aufwächst und stets der ärmste ist in der Schule und Privat?!

6 Sylvana hat es sich natürlich gewisse Feinheiten nicht nehmen lassen. So, dass ich samstags kam um wie Vortags besprochen die Kinder abzuholen um mit ihnen etwas zu unternehmen (war ja oft auch die einzige Frischluftquelle für sie), dass sie doch einfach die Türe nicht öffnete und auch kein Telefon abhob. War ja erst 10 Uhr Vormittags – da schläft man doch noch.