Unfallstelle von meinem Motorradunfall in Thailand

Nach 6 Jahren Thailand hatte ich meinen ersten und auch hoffentlich meinen letzten Motorradunfall. Und ich hatte den Unfall nicht, weil jemand besoffen gefahren ist. Nein! Der hatte mehr mit der Thailändischen Kultur – also wie die Kraftfahrzeuge benutzen – zu tun.

 

Aber nicht nur die Verkehrsteilnehmer sind hier gewöhnungsbedürftig, sondern auch die komplette Straßenplanung. Die machen nämlich keine Unter- oder Überführung um eine Autobahn zu überqueren, sondern lassen bei den Betonleitschienen einfach ein Stück auf damit man die Autobahn kreuzen kann. Und das bei den Thaibehrinten.

In Deutschland würde das wahrscheinlich noch gehen, weil die Menschen doch so viel Hirn haben und wissen, dass es gefährlich ist eine Autobahn zu überqueren und dies daher vorsichtig machen würden. Und um sich selbst zu schützen, wahrscheinlich zuerst schauen würden ob es frei ist.
Bei vielen Thais ist das halt nicht der Fall!

Ich weiß, dass das jetzt schlimm formuliert ist. Aber da fährt so eine ca. 50 jährige Frau einfach vom Urwald heraus quer in die Autobahn hinein und will sie in einem 45 Grad Winkel überqueren. Aber offiziell bin ich angeblich Schuld, weil ich sie am hinteren Teil vom Motorrad gerammt habe. Unglaublich!!!

Vertrauensgrundsatz scheint es hier keinen zu geben.

Nach 2 ½ Monaten habe ich nun die genaue Unfallstelle gefunden. Als ich mir dadurch den ganzen Unfallhergang da noch einmal geistig rein getan habe war es für mich immer noch unglaublich und unfassbar was da passiert war. Bei einem Elefanten hätte ich echt gesagt „fair enough“ – das ist Thailand. Aber das ein postulierter Mensch sich quer mit seinem Motorrad auf der Strasse befindet ist schlicht unglaubhaft. Weil du fährst ja so, dass du dem Vertrauensgrundsatz gerecht wirst. 

Wikipedia sagt zum Vertrauensgrundsatz folgendes:

Ein Gebot, jedes mögliche verkehrswidrige fremde Verhalten zu berücksichtigen, würde den Verkehr lahmlegen. Daher hat die Rechtsprechung den Vertrauensgrundsatz geschaffen: Es ist nur mit solchen Fehlern zu rechnen, die erfahrungsgemäß bzw. in der vorliegenden Situation vorkommen können.

Die Grundlage für die geordnete und sichere Teilnahme am Straßenverkehr ist, dass der andere Verkehrsteilnehmer ebenfalls nach diesem Grundsatz handelt. Dieses vorausgesetzte gegenseitige Vertrauen ermöglicht erst die Flüssigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs. Wäre es nicht selbstverständlich, bei Grün zu fahren und bei Rot zu stehen, müsste man in jeder Fahrsituation neu entscheiden, was passieren könnte und von welcher Seite nun die Gefahr kommen würde.

 

Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme; dessen ungeachtet darf jeder Straßenbenützer vertrauen, dass andere Personen die für die Benützung der Straße maßgeblichen Rechtsvorschriften befolgen, außer er müsste annehmen, dass es sich um Kinder, Menschen mit Sehbehinderung mit weißem Stock oder gelber Armbinde, Menschen mit offensichtlicher körperlicher Beeinträchtigung oder um Personen handelt, aus deren augenfälligem Gehabe geschlossen werden muss, dass sie unfähig sind, die Gefahren des Straßenverkehrs einzusehen oder sich dieser Einsicht gemäß zu verhalten.*

*Ich glaube damit sind die Thais gemeint. Das hätte man aber auch deutlicher formulieren sollen.

Was mich aber tierisch genervt hat ist, dass mir wieder fast alle Thais die irgendwie einen Kommentar zu meinem Unfall abgegeben haben mir sagten, dass wenn der Polizist sagt, dass ich schuld bin, ich auch tatsächlich schuld sei. Das ist wirklich hardcore in der Situation unter Hirnverbrannten. 

Ich habe einen bangkoker Polizisten gefragt (weil in Bangkok müssen die Polizisten tatsächlich nach dem Gesetzt arbeiten) wer da Schuld ist und nach dem Gesetzt in Thailand ist die Frau gleich zweimal Schuld: 

  1. Mit einem nicht für den Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeug bist du immer Schuld
  2. Autobahn kreuzen ist verboten

Aber ich müsste damit zu Gericht gehen und da erringst du sicherlich einen Pyrrhussieg auf den ich lieber verzichten möchte. 

Über den Unfall, oder nein, über den Krankenhausaufenthalt habe ich ein einen eigenen Beitrag geschrieben.

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