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Wie ich in Thailand eine Depression bekam!

In diesem Blogbeitrag zeige ich, wie ich mit meiner Depression hier in Thailand umgehe und wie ich mich davon heile. 

Diesen Beitrag mache ich, weil ich immer noch Emails bekomme von Menschen die mein Video sehen: „Warum ich nach Thailand ausgewandert bin“. Und da sind sehr viele dabei, denen es selbst ebenfalls sehr schlecht geht in ihrer Gefühlswelt, also deprimiert und niedergedrückt sind.

Es geht nicht nur darum wie ich meine Depression heile, sondern es geht auch darum wie du mit Problemen des Lebens umgehen kannst. Denn eine Depression kommt unter anderem auch daher, dass du deine Probleme nicht mehr bewältigen kannst und einfach komplett überfordert bist. Und irgendwann aufgrund von fehlender Problemlösungskompetenz die Hoffnung verlierst, dass du jemals wieder Einfluss auf den Verlauf deines Lebens haben wirst.

Warum bin ich spreche ich darüber und sage nicht einfach: „Geh doch zum Psychiater?“

Die ärztliche Akutversorgung bei Depressionen ist sicherlich super. Nach einem Selbstmordversuch ist der Körper vollgepumpt mit negativen Hormonen und von selbst nicht mehr in der Lage Hormone zu produzieren, die positive Gefühle verursachen.

Die wirklichen Ursachen der Depression zu bekämpfen oder zu heilen sind Psychiater scheinbar leider nicht in der Lage.

Ich spreche hier nicht von irgendeiner Theorie die Aufgrund einer Studienlage helfen soll. Sondern was ich zu sagen habe, dass ist die Praxis. Ich erzähle nicht etwas das was ich weiß, sondern einzig und alleine was ich tue getan habe also was bei mir funktioniert.

Und vorweg, ich urteile nicht unbedarft über Psychiater und psychiatrische Kliniken und betone auch noch einmal, dass diese nicht schlecht sind und auch die beste Behandlung in der seelischen Notfallmedizin. Und ich sage auch nicht, dass man keine Psychotherapie machen soll. Fast alles in dem Bereich hilft in irgendeiner Weise. Und das wichtigste: Das was ich sage ist vor allem auch nicht die alleinige Wahrheit.

Was ist eine Depression?

Der Ausdruck kommt aus dem Lateinischen: deprimere – niederdrücken. Also man fühlt sich niedergedrückt. Dass erlebt jeder und ist deshalb noch nicht krank. Krankhaft wird es dann, wenn du so niedergedrückt bist, dass du eben aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kannst.

Was ist eine Depression nach der Klassifizierung von ICD-10 – International Statistical Classification of Diseases and Related Health?

Die Hauptsymptome sind:

  1. Gedrückte, depressive Stimmung: „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. das Gefühl anhaltender innerer Leere
  2. Interessensverlust und Freudlosigkeit
  3. Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit

Die Zusatzsymptome sind:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen (Insuffizienzgefühl)
  • Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven: das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Hilflosigkeit oder tatsächliche Hilflosigkeit
  • Suizidgedanken oder -handlungen
  • Schwer Betroffene empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens
  • Schlafstörungen: Frühmorgendliches erwachen
  • Auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust)

Aber wie kommt es dazu?

Der Psychologe Paul Watzlawick beschreibt es in seinem Buch „Lösungen“ folgendermaßen: Ein Verrückter ist ein eigentlich Normaler Mensch, der mit der Verrücktheit der Welt nicht mehr klarkommt.

Also dem stimme ich auch zu. Was ich für mich herausgefunden habe, warum Menschen depressiv sind, ein Burnout haben oder ähnliches ist, dass ihnen die Eckdaten im Leben fehlen. Unser Hirn ist das Navigationsgerät für unser Leben. Wenn diesem Navigationsgerät die Eckdaten fehlen, dann kann das Navi den Lebensweg nicht ausrechnen und man fährt ungeplant durchs Leben.
Die Eckdaten eines Menschen werden quasi in der Kindheit programmiert. Ein Kind das viele Abnormalitäten erlebt, bekommt auch abnormale Eckdaten programmiert. Zum Beispiel wenn ein Kind missbrauch wird fehlen ihm die Eckdaten um sich in einer normalen Beziehung zurecht zu finden. Und das deprimiert!

Die Eckdaten wie die Welt für uns ist bekommen wir durch die Beziehungen und Interaktionen mit anderen Menschen und der Validierung. Also: Vater beschützt die Familie. Wenn er aber die Tochter missbraucht, werden für die Tochter die Eckdaten, dass der Papa der Beschützer ist nicht validiert. Und damit wird es für sie problematisch durch ihr Leben zu navigieren. Eltern sind ja quasi die Datenbanken aus denen ein Kind die Eckdaten fürs Leben bezieht.

Nachdem was mir im Isaan passiert ist haben mir zuerst auch einmal alle Eckdaten gefehlt. Ich war auf einmal ganz wo anders als ich laut Navi hätte sein sollen. Daher bin ich in eine schwere Depression gefallen. Ich habe im letzten Video auf YouTube erzählt, was da so alles zusammengekommen ist und da war ich nicht mehr der Herr in meiner Gefühlswelt und in meinem Leben.

Weil ich mich ja plötzlich irgendwo befand, wo ich nicht sein wollte und keine Ahnung hatte wie ich denn dahin kommen könnte wo ich hin wollte, hatte ich auf das Leben keine Lust mehr. Es erschien mir einfach sinnlos. Ich weiß noch, dass ich einmal meine Frau gefragt habe, was sie darüber denken würde, wenn ich mich auf der Farm aufhängen würde – aus Interesse, nicht wie ein Borderliner um sie zu erpressen, sondern wirklich aus Interesse.

Ich habe mir wirklich überlegt was der beste Ausweg wäre und fand Aufhängen eigentlich ganz cool. Ich hatte eine Doku gesehen von einem ehemaligen Zuhälter der sich in Hamburg in der Ritze aufgehängt gehabt hatte. Im Boxkeller, wo er vor Jahren seine Karriere begonnen hatte. Und ich fand das eigentlich ganz cool. Aber alle die, die da interviewet wurden waren da völlig anderer Meinung. Viele haben den richtig beschimpft und waren ihm – obwohl er ja tot ist – böse, weil sie das voll asozial und erbärmlich fanden.

Deshalb habe ich eigentlich meine Frau gefragt wie sie darüber denkt. Ich hatte so das Gefühl auf der Farm, das würde passen. Aber meine Frau nunmehrige Exfrau war ziemlich der gleichen Meinung wie die Leute in der Doku.
Also habe ich halt weiterüberlegt was ich machen soll. Und man denkt ja viel über sein Leben in so einer Situation nach. Wie es dazu kommt, dass man sich wertlos fühlt usw.

Da ist mir eine Szene aus meiner Kindheit eingefallen:

Weil ich ja von meiner Mutter so extremst verprügelt und misshandelt worden bin, war mir mein Vater trotzdem viel lieber, denn vom ihm hat es keine Dresche gegeben. Und meine Mutter hatte auch immer über meinen Vater geschimpft, wenn er nicht da war.

Also offensichtlich hat meine Mutter meinen Vater ja gehasst. Und dann habe ich einmal meinen Vater gefragt, warum er denn meine Mutter geheiratet hatte. Ich weiß noch die Szene ganz genau. Das war im Keller unseres Wohnblocks. Und mein Vater hat geantwortet: „Weißt du Helmut, ich war vorher schon einmal verheiratet mit einer sehr schönen Frau. Aber schöne Frauen hat man nicht für sich alleine. Daher habe ich deine Mutter genommen, weil die habe ich sicher für mich alleine.“

Für mich war das ein weiterer Schock auf meine Lebensfrage warum es mich gibt.

Also habe ich mich gefragt wie das meine Kinder empfinden würden, wenn die vielleicht wissen wollen woher sie kommen. Woraus sie entstanden sind. Und dann irgendwie erfahren würden, dass ihr Vater sich aufgehängt hätte.
Da wurde mir klar, dass das alles keine Lösung ist und dass dies nicht meine Rolle des Lebens sein kann – egal wie oder was ich auch im Moment fühle.

Also das war dann die Einsicht die dann zu einer Wende geführt hat.

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